Caritas Dinslaken
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Sozialer Trainingskurs (STK)

Lernen in der Gruppe

Grundsätzliches/Voraussetzungen

Ein sozialer Trainingskurs ist eine ambulante und gruppenpädagogische Maßnahme für mehrfach straffällig gewordene Jugendliche und Heranwachsende. Es besteht eine Teilnahmepflicht, da es sich um eine richterliche Weisung beziehungsweise Auflage handelt (gemäß § 10 JGG).

Gesetzliche Grundlage

Die gesetzliche Grundlage des sozialen Trainingskurs findet sich im §10 des Jugendgerichtsgesetzes.

Zielgruppe

Mehrfach straffällig gewordene Jugendliche und junge Heranwachsende die eine richterliche Weisung erhalten haben. Es ist auch möglich, nach dem Kinder-und Jugendhilfegesetz auf freiwilliger Basis an einem Kurs teilzunehmen.

Rahmenbedingungen

Der soziale Trainingskurs (STK) wird von zwei Mitarbeitern durchgeführt. Die Dauer eines Trainingskurses liegt bei 3- 6 Monaten. Die Gesamtstundenzahl umfasst dabei in der Regel 60 bis 80 Stunden. Die Gruppe besteht aus bis zu  12 Teilnehmern und Teilnehmerinnen mit zumeist unterschiedlichen Straftatbeständen (Betrug, Diebstahl, Verstoß gegen das BTMG, einfache Körperverletzung u.ä.).
Der Trainingskurs kann deliktspezifisch ausgelegt werden, z.B. nur für „Automatenknacker“, „S-Bahn-Surfer“ oder „Sprayer“ oder ausschließlich für Körperverletzungsdelikte. Die Teilnehmer verpflichten sich vor dem Training weder Alkohol noch Drogen zu konsumieren. Eine Abweichung von diesen Regeln führt zum Ausschluss.

Ablauf einer Maßnahme

Je nach Zusammensetzung der Gruppe bilden unterschiedliche Themen einen inhaltlichen Schwerpunkt. Diese orientieren sich an den Interessen, persönlichen Lebenssituationen sowie den begangenen Delikten der TeilnehmerInnen. Gruppenrelevante, lebensweltnahe Themenbereiche der Teilnehmer und Teilnehmerinnen können sein: Delikt, Sanktionierung, Drogen, Sucht, Regeln, Freizeitgestaltung, Familiäre Situationen, Krisenmanagement, Eigentum, Geld, Arbeitsplatzsuche, Sexualität etc. Vorbereitet und flankiert wird die Gruppenarbeit von Einzelgesprächen, in denen individuelle Ziele formuliert, überprüft und ggf. weiterentwickelt werden.

Inhalte und Ziele

Nicht die Person wird abgelehnt sondern ihr Handeln und Verhalten.

Neben der methodisch gelenkten Gruppenfindung, die zum Teil durch ein Intensivwochenende forciert wird, werden z.B. eigene Gewalterfahrungen oder andere Delikte innerhalb der Gruppe dargestellt. Die kritische Auseinandersetzung mit den Straftaten wird gefördert und die bisherige Wahrnehmung und Wertung von Straftaten der Jugendlichen soll geändert werden.
Ziel ist es dem Jugendlichen ein Leben ohne Kriminalität zu ermöglichen, sowie die Integration in die Gesellschaft.

Weitere wichtige Ziele sind:

  • Erlernen von Regeln und Normen und deren Einhaltung
  • Förderung der Gruppenfähigkeit und des Sozialverhaltens
  • Vorausschauendes Handeln einüben
  • Aufzeigen und Entwickeln von Alternativen
  • Tatverarbeitung
  • Reflexionsfähigkeit verbessern
  • Übernahme von Verantwortung
  • Stärkung des Selbstwerts und Selbstbewusstseins
  • Stärkung der Frustrationstoleranz
  • Aufdecken von Rechtfertigungsverhalten für kriminelle Handlungen
  • Verbalisierungsmöglichkeiten erweitern/Stärkung der Kommunikationsfähigkeit
  • Konfliktlösungsstrategien erlernen/Stärkung der Konfliktfähigkeit
  • Gesellschaftsfähigkeit fördern/erlernen von sozial verantwortlichen Verhaltensweisen.

Problemlagen

In den sozialen Trainingskursen findet häufig eine Auseinandersetzung mit Themen wie z.B.: Gewalt, Drogen, Probleme in der Familie, Schule, Beruf oder Partnerschaft, statt.

Methoden

Über unterschiedliche Übungen in Einzel-, Paar- und Gruppenarbeit, videounterstützendes Lernen, Rollenspiele und angeleitete Diskussionen sollen die TeilnehmerInnen die für sie persönlich relevanten und gesellschaftlich bedeutsamen Folgen straffälligen Verhaltens erkennen lernen.
Methodische Elemente sind unter anderem angeleitete Gesprächsrunden, praktische Übungen zu bestimmten Fragestellungen, Medienarbeit, Visualisierungen, Interaktionspädagogische wie gruppenstärkende Übungen, Körperübungen sowie erlebnispädagogische Elemente.

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